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| Andreas Baader: Das Leben eines Staatsfeindes von ,
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Unvollständig
• • • • • (bewertet mit 2 von 5 Punkten)
Das vorliegende Werk bietet befasst sich mit dem Leben des 1977 gestorbenen RAF-Mitbegründers Andreas Baader. Das Buch der beiden Autoren Herrmann und Stern ist in zwei Teile gegeliedert. Der erste Teil behandelt Baaders Leben bis zu seiner letzten Festnahme nach der "Mai-Offensive", im zweiten Abschnitt geht es um den letzten Lebensabschnitt Baaders bis zu seinem Selbstmord in der Stammheimer Vollzugsanstalt. Der Verlag betont, dass beide Verfasser einen objektiven Blick auf die Geschehnisse haben, da zu spät geboren um 1968 dabei gewesen zu sein (kleiner Seitenhieb auf Stefan Austs "Baader-Meinhof-Komplex"?)
Vorneweg: Das Buch ist gut lesbar und fesselnd geschrieben. Es bietet allerdings keine Geschichte der RAF, sondern versucht sich auf die Person Baader zu konzentrieren. Ein nicht immer einfaches Unterfangen. Die beiden Verfasser haben neben den üblichen Quellen wie Vernehmungsprotokolle und Medienberichten auch jede Menge Interviews verwendet, so unter anderem mit Baaders ehemaliger Lebensgefährtin, seiner Tochter, den vorsitzenden Richtern in Stammheim und schließlich sogar mit Horst Herold, dem ehemaligen Chef des BKA.
Dennoch enttäuscht das Buch meines Erachtens. Das Wirken und die Taten der RAF, die zahlreichen Banküberfälle und die Bombenanschläge im Mai 1972, werden nur sehr allgemein behandelt. Sicher, darüber kann man sich anderweitig genauso gut informieren, und es handelt sich hier um eine Baader-Biographie und um keinen Abriß der RAF-Historie. Dennoch, gerade hier hätten die Autoren konkreter und ausführlicher werden müssen. Letzten Endes war es die Zeit in der RAF, die Baader zum Staatsfeind machte, und nicht der vergleichsweise ausführlich dargestellte Prozess um die Brandstiftungen in diversen Kaufhäusern.
Ein anderer Kritikpunkt für den ersten Teil: Zentrale RAF-Mitglieder wie Meinhof, Ensslin, Raspe oder Meins werden völlig unzureichend eingeführt, obwohl zumindest Gudrun Ensslin sicher maßgeblichen Einfluß auf Baader hatte.
Sachlicher und informativer geschrieben fand ich den zweiten Teil, in dem der Zeitabschnitt zwischen Baaders endgültiger Verhaftung und seinem Selbstmord abgehandelt wird. Leser mit weniger Vorbildung nehmen hier mehr mit.
Was meines Erachtens manchmal etwas stört, ist der etwas flappsige Stil. Manche Sätze kommen zu locker daher, eine konservativere Wortwahl wäre hin und wieder angebrachter gewesen. Auch nicht jedes Interview, dass die Autoren führten, ist wirklich aussagekräftig.
Das Angebot an "neutraler" Literatur über die RAF ist überschaubar. Deshalb sind Vergleiche mit dem kontrovers diskutierten Aust'schen "Baader-Meinhof Komplex" zumindest teilweise angebracht. Wer letzteres schon gelesen hat, wird hier wenig essentiell neues finden. Allerdings, die hiesigen Autoren stehen den von der RAF verwendeten Begriffen wie "Isolationsfolter" und auch den Hungerstreiks kritischer und distanzierter als Aust gegenüber. Das ist ein eindeutiger Pluspunkt.
Ich kann das Buch keinem Einsteiger in das Thema empfehlen. Interessierte Leser können einen Blick riskieren, aber es ist definitiv kein Muss.
Eine Rezension von Odysseus > HH
vom 18. Mai 2007 | | |
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