Ein sehr gutes, sachliches und vor allem wichtiges Buch
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Die fremde Stadt: Breslau nach 1945 (Broschiert) Das aus drei Teilen bestehende Werk ist einer der wenigen Titel, welcher sich mit der Geschichte der ehemaligen deutschen Siedlungsgebiete nach 1945 im heutigen Polen befaßt und der auch das, was er inhaltlich verspricht, halten kann. Ganz im Gegenteil, es wird insbesondere im zweiten Kapitel "Gedächtnispolitik - Die Verwandlung der Stadt" viel, viel mehr an sauber aufbereiteten Informationen dargeboten, als der auf Breslau bezogenene Buchtitel zunächst vermuten läßt.

Sehr hoch ist dem Auto anzurechnen, daß er sich nicht wie in vielen Werken von Historikern in schwer les- und verdaubaren Details verliert, sondern in gut lesbarer und verständlicher Form die Details auch in den großen Zusammenhängen schildert.

Erfreulich auch die in großen Teilen waltende sehr seröse Sachlichkeit und Neutralität des Autors, sowohl gegenüber der polnischen als auch der deutschen Seite. Es gibt leider von beiden Seiten schon zu viel parteiische Literatur.

Die Höchstwertung von 5 Sternen habe ich jedoch auf Grund der drei nachfolgenden Punkte nicht vergeben. Für ein Werk, welches auf Basis einer Dissertation entstanden ist, was durchaus als ein Qualitätssiegel gewertet wird, ist es fragwürdig:
- daß im gesamten Buch die Stadt Wilna mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit als ur-ostpolnische Stadt beschrieben wird, daß es sich dabei um die litauische Hauptstadt handelt, welche nach dem I. WK unter äußerst fragwürdigen Umständen, für weniger als 20 Jahre zu Polen kam, findet nur an eizigen Stelle und auch nur ansatzweise Erwähnung
- daß auf Seite 351 Albert Leo Schlageter als früher NSDAP Aktivist diffamiert wird, Schlageter wurde durch französiche Besatzungstruppen 1923 im Rahmen des Ruhr-Wiederstands hingerichtet und hatte nie Berührungspunkte zu einer bis 1924 auf Bayern begrenzten DAP/NSDAP ==> nach 1933 wurde er als historische Person von der NSDAP vereinnahmt, jedoch ist man auch nie auf die Idee gekommen den durch die SED vereinnahmten Thomas Müntzer als frühen SED Aktivisten zu bezeichnen
- das abschließende dritte Kapitel "Ausblick" verläßt leider den in den beiden vorangegangen Kapitel sehr sauberen und neutralen Weg und ergeht sich in einem postiv überzeichneten und alles kritische ausblenden Ausblick ==> dabei zeigt jdeoch die polnische Außenpolitik seit 2005 einige bedenkliche Parallelen zu der der Jahre 1920 bis 1938 als sich Polen mit nahezu allen seinen Nachbarländern, auch ohne Krieg, durch maßlose und fordernde Außenpolitik völlig überworfen und isoliert hatte
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 24. Juli 2007
Kundenrezensionen:
2. Ein sehr gutes, sachliches und vor allem wichtiges Buch (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Was für ein Einblick!
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