Meer der Tusche: Erzählung mit zehn Bildern


 
Die Lektion des ersten Striches - Kontemplatives aus CHINA (!)
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(HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 50 REZENSENT)    Rezension bezieht sich auf: Meer der Tusche: Erzählung mit zehn Bildern (Gebundene Ausgabe) Im Mittelpunkt der Darstellung steht Bada Shanren, einer der wohl einfussreichsten chinesischen Maler und Kalligraphen, der 1626 als Prinz der kaiserlichen Familie geboren wurde. Er erlebt den Untergang der Ming-Dynastie, die 1644 von den Mandschus abgelöst wurde. Nach der Machtübernahme verlässt der Prinz seine Familie um im Kloster Frieden zu finden. Er übt sich in der Kunst der Tuschemalerei, wird von seinem Meister hart rangenommen und gelangt zu einer unvergleichlichen Perfektion. Sein Ruf verbreitet sich rasch im ganzen Reich. Von den Machthabern der neuen Qing-Dynastie wird er in die höchste Stufe der Gelehrsamkeit, das "Meer der Tusche" eingeteilt. Doch als ihm aufgetragen wird, an dem maßgeblichen Werk zur Geschichte der Ming-Dynastie mitzuarbeiten, stellt er sich wahnsinnig und entzieht damit diesem Auftrag. Im fortgeschrittenen Alter erfährt er vom Tod seiner Frau und seines Kindes, die er dereinst verlassen hatte - und heiratet aus Gram darüber sogleich eine andere Frau, um die Generationenfolge zu sichern. Die Frau verlässt ihn allerdings bald und er fristet ein Dasein als Eremit. Als Greis wird er von Bewunderern eingeladen und mit Alkohol abgefüllt, weil sich die Gastgeber eine Tuschmalerei erhoffen, die er für sie persönlich anfertigen soll. Nachdem er in betrunkenem Zustand tatsächlich ein Meisterwerk geschaffen hat, zerstört er es sofort wieder indem er den ganzen Tuschebottich drüberkippt (sehr schöne Szene).
Nachdem er sein persönliches Meisterwerk (Wasser malen) vollendet hat, stirbt er befriedigt - nicht ohne den finalen Punkt unter sein Leben zu setzen.
Ein sehr poetisches Buch, das die Stimmung im historischen China sehr gut einzufangen weiß. Die Geschichte ist interessant und steckt voller kleiner Weisheiten. Sehr schön fand ich auch, dass die Geschichte durchaus komische Elemente enthält.
Ein gelungenes Buch, das mir allerdings ein bisschen "zu kontemplativ" ist...
Aber das ist schließlich Geschmackssache.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 5. Dezember 2006
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